(aus: Leonce und Lena)
O meine müden Füße, ihr müsst tanzen
in bunten Schuhen,
und möchtet lieber tief, tief
im Boden ruhen.
O meine heißen Wangen, ihr müsst glühen
im wilden kosen,
und möchtet lieber blühen -
zwei weiße Rosen.
O meine armen Augen, ihr müsst blitzen
im Strahl der Kerzen
und schlieft im Dunkel lieber aus
von euren Schmerzen.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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