Wenn durch Berg und Tale draußen

Regen schauert, Stürme brausen,

Schild und Fenster hell erklirren,

Und in Nacht die Wandrer irren,

Ruht es sich so süß hier innen,

Aufgelöst in sel′ges Minnen;

All der goldne Himmelsschimmer

Flieht herein ins stille Zimmer:

Reiches Leben, hab Erbarmen!

Halt mich fest in linden Armen!

Lenzesblumen aufwärts dringen,

Wölklein ziehn und Vöglein singen.

Ende nie, du Sturmnacht, wilde!

Klirrt, ihr Fenster, schwankt, ihr Schilde,

Bäumt euch, Wälder, braus, o Welle,

Mich umfängt des Himmels Helle!


Das Gedicht "Lust der Sturmnacht" stammt von   (1786 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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