Da geht er wieder, der bleiche Knabe,
Dem ich die Treue gebrochen habe;
Und trägt noch immer, ob es auch bleichte,
Am Hut das Röslein, das ich ihm reichte.
Weh′, daß ich Schätze um Liebe tauschte,
Mit eitlem Flimmer mein Herz berauschte!
Was ist von allem mir treu geblieben,
Als sein verschmähtes, verkanntes Lieben.
Das Gedicht "Zu späte Reue" stammt von Julius Sturm (1816 - 1896).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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