Daß, o Welt, o laß mich sein!
Zieh′ mich nicht in deine Kreise;
Laß mich, fern von dir, allein
Leben still nach meiner Weise.
Locket nicht mit Liebesgaben,
Denn sie reizen mich nicht mehr,
Lust und Leid hab′ ich begraben
Tief in einem stillen Meer.
Laßt dies Herz alleine haben,
Was ihm einzig lieb und wert,
Was, o Welt, statt deiner Gaben
Ihm ein güt′ger Gott beschert.
Seine Wonne, seine Pein
Hat′s um heil′gen Gottesfrieden
Eingetaucht, und stille sein
Ist sein höchstes Glück hienieden.
Das Gedicht "Fern von dir, o Welt" stammt von Julius Sturm (* 1816-07-21, † 1896-05-02).
Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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