Ein Wanderer schreitet durch die Nacht,

Sein Auge sucht die Sterne;

Der Heimat hat er still gedacht

In weiter, weiter Ferne;

Das Herz schlägt ihm so sehnsuchtsbang,

Er lauscht, ein fernes Glöcklein klang,

Das mahnet ernst zum Beten.

 

Und vorwärts eilt er, näher schon

Hört er die Glocke schlagen,

Ihm klingt so heimatlich der Ton

Wie in den gold′nen Tagen,

Wo er, ein Kind an Mutterhand,

Zum Dom gewallt im Festgewand,

Zu singen und zu beten.

 

Und schmerzlich ist sein Herz entbrannt,

Er fühlt, was er verloren,

Seit er von Gott sich abgewandt

Und sich die Welt erkoren.

Und wie er seufzt: "Erbarme dich!"

Ist ihm, als hört′ er neben sich

Die Mutter leise beten.


Das Gedicht "Der Wanderer" stammt von   (1816 - 1896).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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