In einem kühlen Grunde,

Da geht ein Mühlenrad,

Mein Liebchen ist verschwunden,

Das dort gewohnet hat.

 

Sie hat mir Treu′ versprochen,

Gab mir ein′ Ring dabei,

Sie hat die Treu′ gebrochen,

Das Ringlein sprang entzwei.

 

Ich möcht′ als Spielmann reisen

Wohl in die Welt hinaus

Und singen meine Weisen

Und geh′ von Haus zu Haus.

 

Ich möcht als Reiter fliegen

Wohl in die blutge Schlacht,

Um stille Feuer liegen

Im Feld bei dunkler Nacht.

 

Hör′ ich das Mühlrad gehen,

Ich weiß nicht, was ich will;

Ich möcht′ am liebsten sterben,

Da wär′s auf einmal still.


Das Gedicht "In einem kühlen Grunde" stammt von   (1788 - 1857).


Anmerkung

Alternativer Titel: Das zerbrochene Ringlein

Zusammenfassung / Inhalt

Das lyrisches Ich, leidet unter dem Verlust seiner Geliebten. Diese hatte ihm einst Treue geschworen, und ihm dazu einen Ring geschenkt. Später brach sie diesen Schwur, und der zerbrochene Ringlein steht dabei sinnbildlich für die gescheiterte Liebe.
Das lyrische Ich möchte seinem Liebeskummer entkommen und überlegt, als Spielmann oder Reiter in die Ferne zu ziehen. Doch keine dieser Vorstellungen kann seine Trauer lindern. Am Ende ist es so verzweifelt, dass es sich sogar den Tod wünscht, um endlich Ruhe vor seinem Schmerz zu finden.

Analyse

Das Gedicht „Das zerbrochene Ringlein / In einem kühlen Grunde“ (1813; Epoche der Romantik) besteht aus 5 Strophen mit jeweils 4 Versen. Das Reimschema ist ein Kreuzreim [abab] mit Ausnahme der letzten Strophe: [abcb]. Das Versmaß ist ein dreihebiger Jambus und die Kadenzen sind abwechselnd männlich und weiblich.

Hintergrund

Friedrich Glück vertonte das Gedicht bereits 1814. Als Chorsatz für Männerstimmen von Friedrich Silcher unter dem Titel "Untreue" wurde es recht berühmt.
Max Reger vertonte es 1915 für vierstimmigen gemischten Chor als Beitrag für das Kaiserliederbuch. Die Comedian Harmonists nahmen das Lied 1932 in einem Arrangement von Erwin Bootz als Schellackplatte auf.
Das Lied wurde ferner unter anderem vom Renner-Ensemble, Singer Pur, Heino, den King’s Singers, Hein & Oss, den Fischer-Chören, Freddy Quinn, James Last, Roy Black, Richard Tauber, Mireille Mathieu, Chanticleer, Max Raabe und Hannes Wader interpretiert.




Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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