Herbstnebel ziehn über den Weiher,
Das ist recht des Todes Bild!
Und tagelang sinnet der Reiher
Am Ufer dort einsam wild.

Mein Liebchen hat mich verlassen,
Die Freunde sind alle weit,
Und Garten und Wälder erblassen,
Und singen von tiefem Leid.

Verschneit liegt bald alles danieder,
Wir selber wir werden alt,
Und kennen einander nicht wieder,
Verkümmert, zerstreut und kalt.

Zum Wald denn! da raset lautschallend
Das Horn durch des Windes Schrein,
Da krachen die Wipfel und fallen
Zum Abgrund Strom, Baum und Stein.

Und Schneewolken jagt's über'n Weiher,
Die Windsbraut singt ihren Gruß,
Rasch stürzt in den Sturm sich der Reiher –
Ach, daß ich hier stehen muß!


Das Gedicht "Herbstklage" stammt von   (1788 - 1857).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Empfehlungen

Weitere gute Gedichte des Autors:



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





Zur Startseite: Gedichte