Nächtlich macht der Herr die Rund,

Sucht die Seinen unverdrossen,

Aber überall verschlossen

Trifft er Tür und Herzensgrund,

Und er wendet sich voll Trauer:

Niemand ist, der mit mir wacht. -

Nur der Wald vernimmts mit Schauer,

Rauschet fromm die ganze Nacht.

 

Waldwärts durch die Einsamkeit

Hört ich über Tal und Klüften

Glocken in den stillen Lüften,

Wie aus fernem Morgen weit -

An die Tore will ich schlagen,

An Palast und Hütten: Auf!

Flammend schon die Gipfel ragen,

Wachet auf, wacht auf, wacht auf!


Das Gedicht "Der Wächter" stammt von   (1788 - 1857).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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