Es rauschen die Wipfel und schauern,

Als machten zu dieser Stund

Um die halbversunkenen Mauern

Die alten Götter die Rund.

 

Hier hinter den Myrtenbäumen

In heimlich dämmernder Pracht,

Was sprichst du wirr wie in Träumen

Zu mit, phantastische Nacht?

 

Es funkeln auf mich alle Sterne

Mit glühendem Liebesblick,

Es redet trunken die Ferne

Wie von künftigem, großem Glück!


Das Gedicht "Schöne Fremde" stammt von   (1788 - 1857).


Analyse

Das Gedicht „Schöne Fremde“ (1835; Epoche der Romantik) besteht aus 3 Strophen mit je 4 Versen. Das Reimschema ist ein Kreuzreim [abab].
Das Versmaß ist ein Jambus mit jeweils 2 Hebungen und die Kadenzen sind abwechselnd weiblich und männlich.

Hintergrund

In dem Roman "Dichter und ihre Gesellen" (1833) - Zweites Buch - wurde dieses Gedicht zuerst gedruckt (siehe auch Die zwei Gesellen).
In Rom kommt Fortunat im Palast des Marchese A. unter. Der Philosoph Grundling, ein hartnäckiger Kantianer aus der Heidelberger Zeit, hatte die Wohnung beschafft. Einsam in der schönen Fremde des nächtlichen römischen Schlossparks singt Fortunat beim Anblick einer heimkehrenden schlanken Mädchengestalt zur Gitarre obiges Gedicht.




Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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