Der Jugend Glanz, der Sehnsucht irre Weisen,

Die tausend Ströme durch das duftge Land,

Es zieht uns all zu seinen Zauberkreisen. -

Wem Gottesdienst in tiefster Brust entbrannt,

Der sieht mit Wehmut ein unendlich Reisen

Zu ferner Heimat, die er fromm erkannt:

Und was sich spielend wob als irdsche Blume,

Wölbt still den Kelch zum ernsten Heiligtume.

 

So schauet denn das buntbewegte Leben

Ringsum von meines Gartens heitrer Zinn,

Daß hoch die Bilder, die noch dämmernd schweben -

Wo Morgenglanz geblendet meinen Sinn -

An eurem Blick erwachsen und sich heben.

Verwüstend rauscht die Zeit darüber hin;

In euren treuen Herzen neu geboren,

Sind sie im wilden Strome unverloren.


Das Gedicht "An die Freunde" stammt von   (1788 - 1857).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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