Auf der Straße trifft mich ein alter Bekannter,

Der ruft und flüstert leise zu mir:

»Mein Bester, der Affe ist nun Gesandter,

Der Affe ist nun ein großes Thier!« –

 

»»Laß mich mit dem Affen ungeschoren!

Was gehn mich Eure Bestien an?

Mit langen Schwänzen und hohen Ohren

Ist man drum noch kein rechter Mann!«« –

 

»So schweigt doch! sprecht nicht in solchem Tone!

Der Affe ist ein hämisch Thier;

Der macht sich wenig aus Eurem Hohne,

Denn, lieber Freund, was seyd denn Ihr?« –

 

»»Daß nichts ich bin in solchen Tagen,

Hat immer mich zumeist erfreut:

Wenn Thiere hohe Würden tragen,

Dann, Bester, ist nicht meine Zeit!«« –

 

»Der Affe wird vielleicht noch Kater,

Trägt Stern und Orden, bedenkt das doch!« –

»»Sie machten den Affen zum Gott Vater,

Lebte nicht der alte Gott Vater noch!««


Das Gedicht "Weltlauf" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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