In süßer Lenznacht, bei der Sterne Schein,

Vom hellen Mondenglanze übergossen,

Von Kühl' und Duft und Stille mild umflossen,

Ging ich mit ihr vertraulich und allein:

In süßer Lenznacht bei der Sterne Schein!

 

Reich an Gefühlen, doch an Worten arm

Ruht Aug' in Aug', in seligem Umfangen

Schlägt Herz an Herz, und Wangen ruhn auf Wangen:

»Dein, Dein auf ewig!« ruf' ich wahr und warm,

Reich an Gefühlen, doch an Worten arm!

 

Und »Dein auf ewig!« tönt es mir zurück;

Der Himmel schien sich über mir zu spalten,

Das Leben seine Wunder zu entfalten;

Das Herz durchströmt ein lang' entbehrtes Glück,

Und »Dein auf ewig!« tönt es mir zurück! –


Das Gedicht "Erhörung" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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