Begeistert lauscht das Volk dem Wunderklange,

Wie einst, als Orpheus über′s Meer gezogen

Im Kiel der Argo, rings entzückt, die Wogen

Gestaunt, die grünen Ufer, dem Gesange!

 

Mühsam verschließt der trunkne Busen lange

Der Wonne Fülle, die er eingesogen,

Und daß ein Ton ihm ungehört verflogen

Im Sturm des lauten Jubels, ist ihm bange;

 

Doch nun das Lied verklang, nun ist entbunden

Die Lust! und seht – welch Wunder ist geschehen?

Statt Jauchzen hat die Thräne sich gefunden! –

 

Du, Meister, triffst das Herz mit goldnen Pfeilen,

Doch weil Du es durchgingst mit süßen Wehen,

Wünscht′ von so sel′gem Schmerz es nie zu heilen! –


Das Gedicht "An Donzeli als Othello" stammt von   (1790 - 1862).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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