Ihr schmäht, Ihr seht mich Eure Zeichen tragen,

Und dennoch sey ich Keiner von den Euern!

Nie werd′ ich′s seyn, das kann ich Euch betheuern;

Weit eher würd′ ich meinen Schild zerschlagen!

 

Ich seh′ Euch nur nach Eurem Vortheil jagen,

Mich muß ein höh′res Ziel zum Kampf befeuern:

Der Menschheit Adel, den allein mir theuern,

Möcht′ ich erhalten sehn den künft′gen Tagen!

 

Wie Ihr besitz′ ich, was ich nicht verachte,

Doch auch nicht achte mehr als sich gebühret;

′s ist nicht vom Fuchs die Fabel und der Trauben!

 

Ich will nicht schmähn, – doch laßt mir meinen Glauben:

Daß Gottes Hand zu jenem Ziele führet,

Von dem Ihr fliehet und nach dem ich trachte!


Der Text des Gedichts "An die Tadler" stammt von (* 1790-02-28, † 1862-03-16).




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