Was gehst du, schöne Nachbarin,

Im Garten so allein?

Und wenn du Haus und Felder pflegst,

Will ich dein Diener sein.

 

Mein Bruder schlich zur Kellnerin

Und ließ ihr keine Ruh′;

Sie gab ihm einen frischen Trunk

Und einen Kuß dazu.

 

Mein Vetter ist ein kluger Wicht,

Er ist der Köchin hold;

Den Braten dreht er für und für

Um süßen Minnesold.

 

Die sechse, die verzehrten dann

Zusammen ein gutes Mahl,

Und singend kam ein viertes Paar

Gesprungen in den Saal.

 

Willkommen! und Willkommen auch

Fürs wackre fünfte Paar,

Das voll Geschicht′ und Neuigkeit

Und frischer Schwänke war.

 

Noch blieb für Rätsel, Witz und Geist

Und feine Spiele Platz;

Ein sechstes Pärchen kam heran,

Gefunden war der Schatz.

 

Doch eines fehlt′ und fehlte sehr,

Was doch das Beste tut.

Ein zärtlich Pärchen schloß sich an,

Ein treues - nun war′s gut.

 

Gesellig feiert fort und fort

Das ungestörte Mahl,

Und eins im andern freue sich

Der heil′gen Doppelzahl.


Das Gedicht "Stiftungslied" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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