Im Felde schleich′ ich still und wild,

Gespannt mein Feuerrohr.

Da schwebt so licht dein liebes Bild,

Dein süßes Bild mir vor.

 

Du wandelst jetzt wohl still und mild

Durch Feld und liebes Tal,

Und ach, mein schnell verrauschend Bild,

Stellt sich dir′s nicht einmal?

 

Des Menschen, der die Welt durchstreift

Voll Unmut und Verdruß,

Nach Osten und nach Westen schweift,

Weil er dich lassen muß.

 

Mir ist es, denk ich nur an dich,

Als in den Mond zu seh′n;

Ein stiller Friede kommt auf mich,

Weiß nicht, wie mir geschehn.


Das Gedicht "Jägers Abendlied" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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