Es war ein Kind, das wollte nie

Zur Kirche sich bequemen,

Und Sonntags fand es stets ein Wie,

Den Weg ins Feld zu nehmen.

 

Die Mutter sprach: »Die Glocke tönt,

Und so ist dir′s befohlen,

Und hast du dich nicht hingewöhnt,

Sie kommt und wird dich holen.«

 

Das Kind, es denkt: Die Glocke hängt

Da droben auf dem Stuhle.

Schon hat′s den Weg ins Feld gelenkt,

Als lief′ es aus der Schule.

 

Die Glocke, Glocke tönt nicht mehr,

Die Mutter hat gefackelt.

Doch welch ein Schrecken! Hinterher

Die Glocke kommt gewackelt.

 

Sie wackelt schnell, man glaubt es kaum;

Das arme Kind im Schrecken,

Es läuft, es kommt als wie im Traum:

Die Glocke wird es decken.

 

Doch nimmt es richtig seinen Husch,

Und mit gewandter Schnelle

Eilt es durch Anger, Feld und Busch

Zur Kirche, zur Kapelle.

 

Und jeden Sonn- und Feiertag

Gedenkt es an den Schaden,

Läßt durch den ersten Glockenschlag,

Nicht in Person sich laden.


Das Gedicht "Die wandelnde Glocke" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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