Im Schlafgemach, entfernt vom Feste,

Sitzt Amor, dir getreu, und bebt,

Daß nicht die List mutwill′ger Gäste

Des Brautbetts Frieden untergräbt.

Es blinkt mit mystisch heil′gem Schimmer

Vor ihm der Flammen blasses Gold;

Ein Weihrauchswirbel füllt das Zimmer,

Damit ihr recht genießen sollt.

 

Wie schlägt dein Herz beim Schlag der Stunde,

Der deiner Gäste Lärm verjagt!

Wie glühst du nach dem schönen Munde,

Der bald verstummt und nichts versagt!

Du eilst, um alles zu vollenden,

Mit ihr in′s Heiligtum hinein;

Das Feuer in des Wächters Händen

Wird wie ein Nachtlicht still und klein.

 

Wie bebt vor deiner Küsse Menge

Ihr Busen und ihr voll Gesicht!

Zum Zittern wird nun ihre Strenge;

Denn deine Kühnheit wird zur Pflicht.

Schnell hilft dir Amor sie entkleiden,

Und ist nicht halb so schnell als du;

Dann hält er schalkhaft und bescheiden

Sich fest die beiden Augen zu.


Das Gedicht "Brautnacht" stammt von   (1749 - 1832).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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