Mit der Freude zieht der Schmerz

Traulich durch die Zeiten.

Schwere Stürme, milde Weste,

Bange Sorgen, frohe Feste

Wandeln sich zur Seiten.

 

Und wo eine Träne fällt,

Blüht auch eine Rose.

Schon gemischt, noch eh′ wir′s bitten

Ist für Thronen und für Hütten

Schmerz und Lust im Lose.

 

War′s nicht so im alten Jahr?

Wird′s im neuen enden?

Sonnen wallen auf und nieder,

Wolken gehn und kommen wieder

Und kein Wunsch wird′s wenden.

 

Gebe denn, der über uns

Wägt mit rechter Waage,

Jedem Sinn für seine Freuden

Jedem Mut für seine Leiden,

In die neuen Tage.

 

Jedern auf des Lebens Pfad

Einen Freund zur Seite,

Ein zufriedenes Gemüte

Und zu stiller Herzensgüte

Hoffnung ins Geleite!


Das Gedicht "Hoffnung ins Geleite" stammt von   (1760 - 1826).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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