Ne Meiddeli usem Oberland

chunnt zuenich her und chüßt ich d’Hand,

der sind jo so ne brave Her,

i wüßt jo kein, wo lieber wär.

‘s chunnt mengen usem Oberland

und het e Bittschrift in der Hand,

und euer Gmüet, wenn’s helfe cha,

sen isch er e versorgte Ma.

Drum bringi au mi Bitte dar.

Mer singe gern, mir jungi War,

d’Welt luegt is no so lustig a,

mer hen jo no kei Chummer gha –

und spielte gern Klavier derzue

wie d’Jumpferen in Carlisrueh.

Doch sel isch d’Chunst – i ha jo keis –

o sind so guet, und gent mer eis!

Es isch e mengs, wo singt und lacht,

und Ihr hend’s froh und glücklich gmacht –

do stoht so eis – und dankt’s ich viel,

het Vatergüeti doch kei Ziel.


Das Gedicht "Bittgesuch" stammt von   (1760 - 1826).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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