An des Beetes Umbuschung

brach sie Rosen zum Kranz,

feurig prangte die Mischung

rings im tauigen Glanz.

Ros’ auf Ros’ in das Körbchen sank,

purpurrot und wie Silber blank.

 

Zwar den Grazien heilig,

sang sie, blühet ihr dort,

warum aber so eilig abgeblüht und verdorrt.

Die so eben geöffnet stehn,

werden bald in dem Winde wehn.

 

Du rotstreifiges Knöpfchen

zitternd schaust du dein Grab,

und ein perlendes Tröpfchen

hängt als Träne herab.

Bleib, du sollst in dem Sonnenschein

dich des flüchtigen Lebens freun.

 

Mit tiefsinniger Säumniß

flocht das Mädchen den Kranz,

in der Laube Geheimnis

Lieb’ und Zärtlichkeit ganz.

Als auf’s Haupt sie das Kränzchen nahm,

wohl mir Seligen,

wohl mir, daß ich kam.


Das Gedicht "Der Rosenkranz" stammt von   (1751 - 1826).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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