Eil', o Mai, mit hellem Brautgesange!
Eil', und röte meines Mädchens Wange,
Und die Rose für den Hochzeitkranz!
Alles taumelt; mir versiegt der Oden;
Unter meinem Fuße brennt der Boden!
Eil'! ich überfliege deinen Glanz!
Unsre Seelen schuf in Edens Tale
Gott aus Einem morgenroten Strahle,
Ähnlich sich, wie Wechselmelodie'n;
Wie zwei Küsse, nach einander strebend,
Die auf heißen Lippen, wonnebebend,
Zucken, und zu Einem Kusse glühn!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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