März 1808

 

Auch du, der, sinnreich durch Athenes Schenkung,

Sein Flügelroß, wenn′s unfügsam sich bäumet,

Und Funken schnaubt, mit Kunst und Milde zäumet,

Zum Hemmen niemals, nur zu freier Lenkung:

Du hast, nicht abhold künstelnder Beschränkung,

Zwei Vierling′ und zwei Dreiling′ uns gereimet?

Wiewohl man hier Kernholz verhaut, hier leimet,

Den Geist mit Stümmlung lähmend und Verrenkung?

Laß, Freund, die Unform alter Trouvaduren,

Die einst vor Barbarn, halb galant, halb mystisch,

Ableierten ihr klingelndes Sonetto;

Und lächle mit, wo äffische Naturen

Mit rohem Sang′ und Klingklang′ afterchristisch,

Als Lumpenpilgrim, wallen nach Loretto.


Das Gedicht "An Goethe" stammt von   (1751 - 1826).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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