Rose, komm! der Frühling schwindet,

Veilchen haben dich verkündet,

Maienblumen starben hin;

Öffne dich beim Lustgetöne

Dieser Fluren; komm o schöne

Holde Blumenkönigin!

 

Als du kamst im ersten Lenze,

Hingen tausendfache Kränze

Schon um Anger, Berg und Tal;

Ufer lockten, Wälder blühten,

Pomeranzen-Haine glühten

Weit umher im Sonnenstrahl.

 

Und du gingst mit leisem Beben

Aus der zarten Knosp′ ins Leben;

Erd′ und Himmel neigten sich;

Und es huldigten die Wiesen;

Nachtigallenchöre priesen,

Alle Nymphen liebten dich.

 

Goldne Schmetterlinge schlugen

Froh die Flügel; Winde trugen,

Wo die Luft in Jubel war,

Deinen Balsam; Herzen pochten

Dir entgegen; Mädchen flochten

Unter Perlen dich ins Haar.


Das Gedicht "An die Rose" stammt von   (1740 - 1814).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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