Komm, Liebchen, es neigen

Die Wälder sich dir;

Und alles mit Schweigen

Erwartet dich hier.

 

Der Himmel, ich bitte,

Von Wölkchen wie leer!

Der Mond in der Mitte,

Die Sternlein umher!

 

Der Himmel im glatten

Umdämmerten Quell!

Dies Plätzchen im Schatten,

Dies andre so hell!

 

Im Schatten, der Liebe

Dich lockendes Glück,

Dir flüsternd: es bliebe

Noch vieles zurück.

 

Es blieben der süßen

Geheimnisse viel;

So festes Umschließen;

So wonniges Spiel!

 

Da rauscht es! Da wanken

Auf jeglichem Baum

Die Äste, da schwanken

Die Vögel im Traum.

 

Dies Wanken, dies Zittern

Der Blätter im Teich -

O Liebe, dein Wittern!

O Liebe, dein Reich!


Das Gedicht "Abend" stammt von   (1740 - 1814).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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