Ich habe einen Frisiersalon.

Komm mit. Dort wollen wir knutschen.

Ich wollte, ich wäre ein Malzbonbon

Und du, du würdest mich lutschen.

 

Wir geben dem Lehrbub den Nachmittag frei

Und schreiben "Geschlossen bis sieben".

Ich habe Rotwein im Laden und drei

Dicke Roßhaarsäcke zum Lieben.

 

Ich werde dich unentgeltlich frisiern

Und dir die Nägel beschneiden.

Du brauchst dich gar nicht vor mir geniern,

Denn ich mag dicke Fraun leiden.

 

Ich habe auch Schwarzbrot und Butter und Quark

Und außerdem einen großen - -

Donnerwetter sind deine Muskeln stark!

Du, zeig mal: was hast du für Hosen?

 

Wenn du dann fortgehst, bedanke dich nicht,

Sondern halt es mit meinem Freund Franke.

Der sagt immer, wenn man vom lieben Gott spricht:

"Wem′s gut geht, der sagt nicht danke."


Das Gedicht "Offener Antrag auf der Straße" stammt von   (1883 - 1934).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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