Deutsche Frau, dich ruft der Barrn,

Denn dies trauliche Geländer

Fördert nicht nur Hirn und Harn,

Sondern auch die Muskelbänder,

Unterleib und Oberlippe.

Sollst, das Hüftgelenk zu stählen,

Dich im Knickstütz ihm vermählen.

Deutsches Weib, komm: Kippe, kippe!

Deutsche Frau, nun lass dich wieder

Ellengriffs im Schwimmhang nieder.

So, nun Hackenschluss! Und schwinge!

Schwinge! Hurtig um den Leib!

Oh, es gibt noch wundervolle

Dinge. Rolle rückwärts! Rolle!

Rolle rückwärts, deutsches Weib!

 

Deutsche Jungfrau, weg das Armband!

In die Hose! Aus dem Rocke!

Aus dem Streckstütz in den Armstand,

Nur die Flanke. Sehr gut! Danke!

Deutsches Mädchen- Hocke, Hocke!

 

Musst dich keck emanzipieren

Und mit kindlichem "Ätsch-Ätsche"

Über Männer triumphieren,

Musst wie Bombe und Kartätsche

Deine Kräfte demonstrieren.

Deutsches Mädchen- Grätsche! Grätsche!


Das Gedicht "Am Barren" stammt von   (1883 - 1934).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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