O Philomele,
Sing immer zu!
Du siehst, ich quäle
Mich mehr als du.
Es floh der meine
Wie deiner floh,
Und wie der deine,
So liebt′ er, - so! -
Nur wenig Tage
Währt dein Gesang,
Doch meine Klage
Währt lebenslang.
Nach kurzer Weile
Suchst fremde Luft:
Und ich - ich eile
Zur dunkeln Gruft.
Im schönen Lenze
Kommt wieder dir
Von ferner Grenze
Dein Liebchen hier.
Und neue Freude
Bringt dir das Jahr,
Ich lieb′ - und leide
Ach immerdar!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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