O Phemie: uns ist der Mond ein großes gelbes Tulpenbeet

(Es wälzen keuchend sich vom Horizonte Hollands taube Strahlen).

Vermischt sich Apfelmusgehirn mit Loderherz: kommt Eros viel zu spät

Und wir befinden uns weitaus am wohlsten in der Vertikalen.

 

Kioske öffneten sich rasch und Illustrierte schrillen.

Wir treiben Wucher mit dem Kinofilmband!

Wir liebten kilometerweise! Nach des Regisseures Willen!

Und jedes Pfundstück war uns neuer Akte Unterpfand.

 

Und Euphemie, wenn sentiment nicht mehr aktuell ist...

Dann fliehen wir nach Monte, Phemie: ich habe drei Systeme!

Du hast nur eins: du bringst die Kavaliere heeme.

 

Dann erbst du wohl das Doppelte, weil du so sexuell bist;

Ein Auto blüht uns und ein Landhaus: Abbazzia.

O Phemie: halt die Fleppen blank! Denk an die nächste Razzia!


Das Gedicht "Liebeslied für Euphemia" stammt von   (1886 - 1927).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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