Die Sonne hat in voller Pracht
Vollendet ihren Lauf,
Und drüben ging, eh' wir's gedacht,
Der liebe Mond schon auf.
Wie schreitet er am Himmel hin
So freundlich seine Bahn!
Er hat ja Gutes nur im Sinn,
Hat Niemand Leids gethan.
Es ist, als ob er früge zu:
Was habt ihr heut gemacht?
Er lächelt Jedem freundlich zu,
Wünscht Jedem gute Nacht.
Drum eine gute Nacht auch dir!
Leb wohl! auf Wiederseh'n!
Leb wohl! 's ist so zu Muthe mir,
Als müßt' ich mit dir geh'n.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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