Ja, es muß sich umgestalten,

Und die alte Wolkennacht

Muß ein blitzend Schwert zerspalten,

Muß vergehn im Kampf der Macht!

 

Also tönt aus tausend Kehlen

Wuterfüllt der freie Sang,

Und die treuen Kämpfer stählen

Schon das Schwert zum blutigen Gang.

 

Doch bevor wie siegend lenken

Unser Schwert zum Todesstreich,

Laßt uns Eines noch bedenken

Menschlich, mild und liebereich.

 

Laßt uns Eines noch erwägen,

Kraftbewußt und siegesstolz:

Lohnts der Müh, mit scharfen Schlägen

Hinzufällen morsches Holz?

 

Ist es wert - dahinzustrecken

So ein Leben ohne Mut,

Und uns kämpfend zu beflecken

Mit der Welt Ministerblut?

 

Laßt uns lieber von den Bäumen

Zweige brechen grün und stark,

Uebersät von Blütenträumen

Und durchströmt von Lebensmark.

 

Und erfassen wir die Zweige

Mit gewaltig starker Hand,

Jagen wir damit die feige

Rattenbrut aus allem Land.

 

Dreingehaut! daß sie zerschmettern

All die Zweige im Geheg,

So bestreun wir gleich mit Blättern

Und mit Blüten uns den Weg!


Das Gedicht "Neue Waffen" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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