Der Frühling war im Thale,

Es blühte im grünen Hag,

Und Alles vom Sonnenstrale

Glühend umfangen lag.

 

Da kam ein stilles Mädchen

Traurig ins Wiesengrün,

Und manche heiße Thräne

Fiel in der Blumen Blühn.

 

Da hoben sich die Blumen

Und sahn sie schmerzlich an,

Und frugen das bleiche Mädchen:

Was haben sie dir gethan?

 

O laß die bösen Menschen!

Stille des Herzens Pein —

Du könntest lachen, und jubeln

Und immer fröhlich sein!

 

Du konntest wie wir Blumen

Mit Duft und Glan′z und Licht

Ein jedes Herz erfreuen.

Du lieblich Angesicht! —

 

Da neigte das Mädchen die Augen

Und blickte erdenwärts,

Und lauter schlug ihr das arme,

Das tief gekränkte Herz.

 

Ich bin wie eine Blume!

So rief sie thränenreich —

Ich keimte, blühte und glühte,

Nun welk ich, Blumen gleich!


Das Gedicht "Die Blume" stammt von   (1819 - 1904).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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