Frühling sprach zum Röslein rot
Auf der grünen Haide:
Ach, du grämst dich wol zu tot,
Wenn ich von dir scheide.
Röslein sprach: O Frühling hold,
Wol hab ich dich gerne,
Liebe deiner Sonne Gold,
Deines Himmels Sterne.
Liebe deiner Lüfte Hauch,
Deiner Falter Kosen,
Doch im kühlen Herbste auch
Blühen noch die Rosen.
Und die Menschen sind ja gut
Lassen uns nicht sterben,
Pflegen uns in treuer Hut,
Daß wir nicht verderben.
Lieber Frühling, schweige still —
Ist nicht viel dahinter,
Wer vom Herzen blühen will,
Blüht auch noch im Winter!
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
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