Dämmrig wird′s auf allen Fluren,
Dunkel wird′s im Buchenhain
Alle Waldesvögel schlafen
Unter leisem Singen ein
Alle Tagesstimmen schweigen,
Aus den Wiesen steigt der Duft,
Und der braune Käfer surret
Durch die laue Sommerluft.
Und die bleichen Nachtphalänen
Flattern leis ohn Unterlaß,
Und des Taues Wonnetränen
Sinken still ins hohe Gras.
Doch die tiefgeheimsten Stimmen
Die der laute Tag verschlang,
Flüstern, murmeln, rauschen, singen
Ihren wundersamen Sang.
Und viel zage Menschenherzen -
Hat der Tag sie arm gemacht,
Arm an Glauben, arm an Lieben,
Macht sie reich die stille Nacht.
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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