Nur deine Locken küßt der Wind,
Sonst ist es ringsum stille Nacht.
Ein Mainachtregen haucht gelind,
Kein Licht erglänzt, kein Stern erwacht,
Nur deine Locken küßt der Wind.
Was blickst du einsam in die Nacht,
Du armes, allverlassnes Kind?
Dein Lächeln hat einst mir gelacht -
Kein Licht erglänzt, kein Stern erwacht,
Nur deine Locken küßt der Wind.
Das Gedicht "Vergessen und verlassen" stammt von Hermann Lingg (1820 - 1905).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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