Original

Vil süeziu senftiu toeterinne,
war umbe welt ir toeten mir den lîp,
und ich iuch sô herzeclîchen minne,
zwâre, vrouwe, vür elliu wîp?
Waenet ir, ob ir mich toetet,
daz ich iuch iemer mêr beschouwe?
nein, iuwer minne hât mich des ernoetet,
daz iuwer sêle ist mîner sêle vrouwe.
sol mir hie niht guot geschehen
von iuwerm werden lîbe,
sô muoz mîn sêle iu des verjehen dazs
iuwerre sêle dienet dort als einem reinen wîbe.

Übersetzung auf Hochdeutsch

Süße, sanfte -Mörderin,
warum wollt ihr mich nur töten,
wo ich euch doch so recht von Herzen zugetan bin,
glaubt es mir Herrin, mehr als allen Frauen.
Denkt ihr, werde euch niemals mehr anschauend
betrachten, wenn ihr mich tötet?
Nein, meine Liebe zu euch hat mich dazu gezwungen,
daß eure Seele Herrin über meine Seele ist.
Werde ich hier bei euch, edle Frau, keine Erhörung
finden, dann muß, meine Seele euch versichern,
daß sie eurer Seele dort dienen wird wie einer
Frau ohne jeden Makel.


Das Gedicht "Vil süeziu senftiu toeterinne" stammt von   (1149 - 1221).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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