I

 

Ich wil immer singen

dîne hôhen wirdekeit

und an allen dingen

dînen hulden sîn gereit.

Vrouwe, ich kan niht wenken

...

hâstu tugende und êren vil,

daz wolte ich und immer wil.

 

II

 

Sie sint unverborgen,

vrouwe, swaz du tugende hâs.

den âbent und den morgen

sagent si allez, daz du begâs.

Dîne redegesellen

die sint, swie wir wellen,

guoter worte und guoter site.

dâ bist du getiuret mite.

 

III

 

Vrouwe, ich wil mit hulden

reden ein wênic wider dich.

daz solt dû verdulden.

zürnest dû, sô swîge aber ich.

Wilt du dîner jugende

kumen gar zuo tugende,

sô tuo vriunden vriuntschaft schîn,

swie dir doch ze muote sî.

 

IV

 

Nieman sol daz rechen,

ob ich hôhe sprüche hân.

wâ von sol der sprechen,

der nie hôhen muot gewan?

Ich hân hôchgemüete.

vrouwe, dîne güete,

sît ich die alrêrst sach,

sô weste ich wol, waz ich sprach.


Das Gedicht "XXXIII b. Ich wil immer singen" stammt von   (1149 - 1221).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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