I

 

Ich bin keiser âne krône,

sunder lant: daz meinet mir der muot;

der gestuont mir nie sô schône.

danc ir liebes, diu mir sanfte tuot.

Daz schaffet mir ein vrowe vruot.

dur die sô wil ich staete sîn,

wan in gesach nie wîp sô rehte guot.

 

II

 

'Gerne sol ein rîter ziehen

sich ze guoten wîben. dêst mîn rât.

boesiu wîp diu sol man vliehen.

er ist tump, swer sich an sî verlât,

Wan sîne gebent niht hohen muot.

iedoch sô weiz ich einen man,

den ouch die selben vrowen dunkent guot.

 

III

 

Mirst daz herze worden swaere.

seht, daz schaffet mir ein sende nôt.

ich bin worden dem unmaere,

der mir dicke sînen dienest bôt.

Owê, war umbe tuot er daz?

und wil er sichs erlouben niht,

sô muoz ich im von schulden sîn gehaz.'


Das Gedicht "XXVIII. Ich bin keiser âne krône" stammt von   (1149 - 1221).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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