Sonett

 

Erwäg ich, wie in jenen Schreckenstagen,

Still deine Brust verschlossen, was sie litt,

Wie du das Unglück, mit der Grazie Tritt,

Auf jungen Schultern herrlich hast getragen,

 

Wie von des Kriegs zerrißnem Schlachtenwagen

Selbst oft die Schar der Männer zu dir schritt,

Wie, trotz der Wunde, die dein Herz durchschnitt,

Du stets der Hoffnung Fahn uns vorgetragen:

 

O Herrscherin, die Zeit dann möcht ich segnen!

Wir sahn dich Anmut endlos niederregnen,

Wie groß du warst, das ahndeten wir nicht!

 

Dein Haupt scheint wie von Strahlen mir umschimmert;

Du bist der Stern, der voller Pracht erst flimmert,

Wenn er durch finstre Wetterwolken bricht!


Das Gedicht "An die Königin Luise von Preussen (3. Fassung)" stammt von   (1777 - 1811).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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