Warte, warte, wilder Schiffmann,

gleich folg′ ich zum Hafen dir;

von zwei Jungfraun nehm′ ich Abschied,

von Europa und von ihr.

 

Blutquell, rinn′ aus meinen Augen,

Blutquell, brich aus meinem Leib,

daß ich mit dem heißen Blute

meine Schmerzen niederschreib′.

 

Ei, mein Lieb, warum just heute

schauderst du, mein Blut zu sehn?

Sahst mich bleich und herzeblutend

lange Jahre vor dir stehn!

 

Kennst du noch das alte Liedchen

von der Schlang′ im Paradies,

die durch schlimme Apfelgabe

unsern Ahn ins Elend stieß.

 

Alles Unheil brachten Äpfel!

Eva bracht′ damit den Tod,

Eris brachte Trojas Flammen,

du brachst′st beides, Flamm′ und Tod.


Das Gedicht "Warte, wilder Schiffmann" stammt von (* 1797-12-13, † 1856-02-17).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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