Verlaß Berlin, mit seinem dicken Sande

Und dünnen Tee und überwitzgen Leuten,

Die Gott und Welt, und was sie selbst bedeuten,

Begriffen längst mit Hegelschem Verstande.

 

Komm mit nach Indien, nach dem Sonnenlande,

Wo Ambrablüten ihren Duft verbreiten,

Die Pilgerscharen nach dem Ganges schreiten,

Andächtig und im weißen Festgewande.

 

Dort, wo die Palmen wehn, die Wellen blinken,

Am heilgen Ufer Lotosblumen ragen

Empor zu Indras Burg, der ewig blauen;

 

Dort will ich gläubig vor dir niedersinken,

Und deine Füße drücken, und dir sagen:

Madame! Sie sind die schönste aller Frauen!


Das Gedicht "Verlaß Berlin" stammt von (* 1797-12-13, † 1856-02-17).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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