Das Meer erglänzte weit hinaus

Im letzten Abendscheine;

Wir saßen am einsamen Fischerhaus,

Wir saßen stumm und alleine.

 

Der Nebel stieg, das Wasser schwoll,

Die Möwe flog hin und wider;

Aus deinen Augen, liebevoll,

Fielen die Tränen nieder.

 

Ich sah sie fallen auf deine Hand,

Und bin aufs Knie gesunken;

Ich hab von deiner weißen Hand

Die Tränen fortgetrunken.

 

Seit jener Stunde verzehrt sich mein Leib,

Die Seele stirbt vor Sehnen; -

Micht hat das unglücksel′ge: Weib

Vergiftet mit ihren Tränen.


Das Gedicht "Das Meer erglänzte weit hinaus" stammt von (* 1797-12-13, † 1856-02-17).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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