Erinnerungen, die wir sterben ließen,

Die unser warmes Herzblut nimmer nährte,

Sie folgen doch als Schatten unsrer Fährte

Und lauschen draußen, wenn wir nun genießen.

 

Im Dunkeln stehn sie stumm vor unsrer Türe

Wie Bettler, denen niemand mehr will schenken -

Mit wehen Blicken stehen sie, und denken

Verrauschter Freuden und verklungner Schwüre.

 

Doch einst, wenn dieses Ich, das sie geboren,

Versunken in den Grund der tiefsten Nächte:

Dann haben wieder alle gleiche Rechte,

Die Schwestern alle, denen wir geschworen;

 

Die jüngsten dann, der Seele letzte Habe,

Den längstgestorbnen reichen sie die Hände,

Zu tanzen ohne Neid und ohne Ende

Den leichten Reigen über unserm Grabe.


Das Gedicht "Erinnerungen" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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