Das Rad, wie sichs hebt

Mit wuchtigen Hieben!

Es scheint belebt -

Und es wird nur getrieben.

 

Die strömende Welt

Geht drüber im Schwalle:

Das funkelt und fällt -

So narrt es uns alle.

 

Wie blitzt es und blinkt

Im Perlengetraufel!

Doch sinkt es und sinkt

Von Schaufel zu Schaufel,

 

Bis fließend verging

Ein Lasten, ein Freuen,

Des Rades Ring

Sich neigt einem Neuen.

 

Schau', wie sichs dreht!

Das Ding ist heiter -

Es geht und geht,

Und kommt doch nicht weiter.

 

Wir wollen hinauf

In höhere Sphären -

Und wollen im Lauf

Zur Erde doch kehren,

 

Im Siegerglanz

Ein Herz uns erstreben,

Nur, um uns dann ganz

Dem Herzen zu geben;

 

Wir wollen ein Gut,

Das reichste der Sonnen,

Und lassen der Brut

All' was wir gewonnen:

 

Wir wollen das Glück

In Zukunftsweiten -

Und wollen zurück

In die Kinderzeiten!

 

Wir wollen? es will -

Wer weiß, ob wir wollen?

Wir stünden wohl still!

Doch die Wasser rollen.


Das Gedicht "Das Mühlrad" stammt von   (1866 - 1928).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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