Tage, die ich ohne dich verbracht,
Waren Tage nicht, sie waren Nacht,
Nun von deiner Rückkehr mir ward Kunde,
Warte ich auf meine Morgenstunde.
Wenn das Licht sich aus dem Dunkel hebt,
Alles Leben ihm entgegen bebt,
Klingt, wie von verborgenen Zaubersaiten,
Hell ein Klang durch alle Welt und Weiten.
Ein um dich verträumtes Leben harrt
Deiner wundertätigen Gegenwart.
Komm! Es will mit lautem Liebessingen
Selig seinen Morgengruß dir bringen.
Das Gedicht "Sonnenaufgang" stammt von Gustav Falke (1853 - 1916).
Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.
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