Wo strömet ihr, in dunkle Nacht begraben,

Des heil′gen Wohllauts unversiegte Quellen?

Im dichten Hain forsch′ ich nach euren Fällen;

Ihr rauschet klangreich durch mein altes Schwaben!

 

Wie glücklich ist, wem eure süßen Gaben

Aus reicher Ader selbst entgegenschwellen,

Wem seine Lippen in den blauen Wellen

Der lautern Flut sich keusch gebadet haben.

 

Ihm tönt sein Sang zurück aus tausend Kehlen.

Und, wie in eines klaren Wassers Grunde,

Bespiegeln sich in seinem Lied die Seelen.

 

Ja, glücklich ist das fremde Lied zu preisen,

Das je, verschönt, entwandelt seinem Munde,

In goldnen Klang verkehrt er dumpfe Weisen.


Das Gedicht "Der Wohllaut" stammt von   (1792 - 1850).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.



Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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