Was frag′ ich nach dem Großsultan,

Und Mahomets Gesetzen?

Was geht der Perser Schach mich an,

Mit allen seinen Schätzen?

 

Was sorg′ ich ihrer Kriegesart,

Und ihrer Treffen halben?

Kann ich nur meinen lieben Bart

Mit Spezereien salben.

 

Kann ich nur mein gesalbtes Haupt

Mit Rosen stolz umschließen,

Und, wenn mir sie ein Mädchen raubt,

Das Mädchen strafend küssen.

 

Ein Tor sorgt für die künft′ge Zeit.

Für heute will ich sorgen.

Wer kennt, mit weiser Gründlichkeit,

Den Ungewissen Morgen?

 

Was soll ich hier, so lang′ ich bin,

Mich um die Zukunft kränken?

Ich will mit kummerlosem Sinn

Auf Wein und Liebe denken.

 

Denn plötzlich steht er da, und spricht,

Der grimme Tod: »Von dannen!

Du trinkst, du küssest länger nicht!

Trink′ aus! küß′ aus! Von dannen!«


Das Gedicht "Nach der 15. Ode Anakreons" stammt von   (1729 - 1781).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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