Klorinde starb; sechs Wochen drauf

Gab auch ihr Mann das Leben auf,

Und seine Seele nahm aus diesem Weltgetümmel

Den pfeilgeraden Weg zum Himmel.

"Herr Petrus, rief er, aufgemacht!

"Wer da? - "Ein wackrer Christ. -

"Was für ein wackrer Christ? -

"Der manche Nacht,

Seit dem die Schwindsucht ihn aufs Krankenbette brachte,

In Furcht, Gebet und Zittern wachte.

Macht bald! - - Das Tor wird aufgetan.

"Ha! ha! Klorindens Mann!

Mein Freund, spricht Petrus, nur herein;

Noch wird bei Eurer Frau ein Plätzchen ledig sein.

"Was? meine Frau im Himmel? wie?

Klorinden habt Ihr eingenommen?

Lebt wohl! habt Dank für Eure Müh′!

Ich will schon sonst wo unterkommen."


Das Gedicht "Die eheliche Liebe" stammt von (* 1729-01-22, † 1781-02-15).





Ein Gedicht ist eine besondere sprachliche Ausdrucksform, das aus Versen (und Strophen) besteht, die sich i.d.R. reimen.
Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern verdichten Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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