Sechs Tage kannt′ ich sie,

Und liebte sie sechs Tage.

Am siebenten erblaßte sie,

Dem ersten meiner ew′gen Klage.

Noch leb′ ich, zauderndes Geschick!

Ein pflanzengleiches Leben.

O Himmel, ist für den kein Glück,

Dem du Gefühl und Herz gegeben!

O! nimm dem Körper Wärm′ und Blut,

Dem du die Seele schon genommen!

Hier, wo ich wein′, und wo sie ruht,

Hier laß den Tod auf mich herab gebeten kommen!

Was hilft es, daß er meine Jahre

Bis zu des Nestors Alter spare?

Ich habe, Trotz der grauen Haare,

Womit ich dann zur Grube fahre,

Sechs Tage nur geliebt,

Sechs Tage nur gelebt.


Das Gedicht "Das Leben" stammt von   (1729 - 1781).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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