Nach der eilften Ode Anakreons

 

Euch, lose Mädchen, hör′ ich sagen:

»Du bist ja alt, Anakreon.

Sieh her! du kannst den Spiegel fragen,

Sieh, deine Haare schwinden schon;

Und von den trocknen Wangen

Ist Blut′ und Reiz entflohn.« –

Wahrhaftig! ob die Wangen

Noch mit dem Lenze prangen,

Wie, oder ob den Wangen

Der kurze Lenz vergangen,

Das weiß ich nicht; doch was ich weiß,

Will ich euch sagen: daß ein Greis,

Sein Bißchen Zeit noch zu genießen,

Ein doppelt Recht hat, euch zu küssen.


Das Gedicht "Das Alter" stammt von   (1729 - 1781).





Das Gedicht als solches verdichtet Sprache und veranschaulicht den Inhalt durch die Verwendung rhetorischer Mittel (z.B. Metaphern (Bildsprache), Anaphern (Wiederholungen), etc.). Diese lyrischen Texte zeichnen sich durch eine strukturierte Form (Verse, Strophen) und einen spezifischen Rhythmus (Reim) aus.

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Die Wörter und Sätze vermitteln nicht nur einfach Informationen, sondern kondensieren & destillieren Stimmungen, Gefühle, Gedanken oder Beobachtungen. Es ist eine der ältesten literarischen Textformen und lebt davon, dass Sprache nicht nur bedeutet, sondern auch klingt, schwingt und wirkt.





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